Am 29.11.2026: Nein zur MwSt-Erhöhung!

Am 29. November 2026 stimmen wir über die Finanzierung der 13. AHV-Rente ab, welche im März 2024 vom Volk beschlossen wurde. Der Vorschlag sieht kurz gesagt eine unbefristete Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von heute 8.1% um 0.4 Prozentpunkte auf 8.5% vor.

Ich empfehle, diese Vorlage abzulehnen an der Urne.

Kontext

  • Die 13. AHV Rente kostet zum Start rund 4 Mrd. Fr., die Kosten werden aber im Laufe der Zeit steigen.
  • Im Jahre 2025 lagen die Ausgaben der AHV bei rund 53.3 Mrd. Fr. Die 13. AHV-Rente erhöht die Ausgaben um mehr als 8%.
  • Im 2025 lag der Mehrwertsteuerertrag bei 27.6 Mrd. Fr.

Argumente gegen die MwSt-Erhöhung

Unsere Lebenshaltungskosten steigen, und die Steuer-/Gebührenbelastung sind in der Schweiz in den letzten rund 20 Jahren ungebremst gestiegen.

  • In den letzten 18 Jahren wuchsen die Bundesausgaben um 60% (Aufwand Erfolgsrechnung 2025: 80.6 Mrd. Fr, im 2007: 50.3 Mrd. Fr.). In der gleichen Zeitperiode wuchs die Bevölkerung aber nur um 20% (auf 9.1 Mio. Personen). D.h. der Staats-Aufwand pro Einwohner stieg um 33%.
  • Die wirtschaftliche Wertschöpfung (Bruttoinlandprodukt BIP nominal) stieg im gleichen Zeitraum nur um 47%, und das BIP pro Kopf gar nur um 22%. (siehe Grafik unten). Fazit: ein wachsender Anteil des Volkseinkommens muss an den Staat abgeliefert werden.
  • Die Lage der Weltwirtschaft ist volatil. Auf einzelnen Märkten (Tech-Aktien an den Börsen, Immobilien in der Schweiz) könnten sich Blasen bilden, Handelsstreitigkeiten sind nicht gelöst, und in den letzten Jahren haben neue Kriege und Krisen die regelbasierte Weltordnung ins Wanken gebracht. Dies macht das globale Wirtschaftswachstum anfällig für Schocks. Es braucht nicht mehr viel, dass wirtschaftlich schwierigere Zeiten auf uns zukommen. Eine Rezession würde nicht nur die MwSt-Einnahmen einbrechen lassen, sondern auch zur Arbeitsplatzverlusten führen.
  • Steuern und Gebühren unbefristet erhöhen sind keine nachhaltige Lösung. Wir können uns eine Vollkaskomentalität langfristig nicht leisten.
  • Immer mehr Abgaben, Steuern und Gebühren schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Wir sind eines der teuersten Länder der Erde. Wir haben viele Qualitäten, aber die Konkurrenz im Ausland hat enorme Fortschritte gemacht. Höhere Steuern schwächen unsere Fähigkeit, Geld zu verdienen und Arbeitsplätze zu schaffen/erhalten.

Der AHV-Reformstau muss zuerst, oder gleichzeitig mit einer Finanzierungsreform gelöst werden. Werden zuerst mehr Mittel ins System gepumpt ohne Reformen, drohen Reformen zu scheitern.

  • In den letzten 25 Jahren gab es mehrere Reformversuche bei AHV und IV, einige scheiterten. Kurzfristig wurden mehrmals mehr Finanzmittel gesprochen, u.a. MwSt-Erhöhungen, wodurch das Reform-Interesse von National- und Ständerat erlahmte.
  • Eine Annahme der MwSt-Erhöhung dürfte den Appetit des Parlaments für nachhaltige Reformen weiter reduzieren. Man würde sich weiterhin mit Pflästerli-Politik begnügen, den Stimmbürger kurzfristig keine schlechten Nachrichten vermitteln und dafür die Probleme den jüngeren Generationen anhängen.

Für eine nachhaltige Reform bleibt genug Zeit.

  • In den letzten Jahren hat sich die AHV erfreulich entwickelt. Sowohl das Betriebsergebnis, wie auch das Umlageergebnis waren positive und die Kapitalsumme ist entsprechend gewachsen (und lag per Ende 2025 bei 60.3 Mrd. Fr.). Die 13. AHV-Rente lässt sich für einige Jahre auch ohne MwSt-Erhöhung finanzieren.
  • Die nächste AHV-Reform (AHV2030) ist aktuell sowieso in Vorbereitung. Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, damit eine echte Reform (langfristige Lösung als Antwort auf die demografische Entwicklung, da Menschen immer älter werden und öfter auch länger arbeiten möchten) zu konstruieren und eine nachhaltige Finanzierung ohne Mehrbelastung der Menschen ermöglicht wird.
  • Der Bund hat alleine in den letzten drei Jahren zusammen dank Einnahmenüberschüssen rund 13.8 Mrd. mehr eingenommen als ausgegeben (siehe Erfolgsrechnung). Der Bund hat somit genug Geld, auch ohne MwSt-Erhöhung bis zur Reform AHV-2030 die 13. AHV-Reform zu finanzieren.

Die MwSt-Erhöhung löst den Mehrbedarf der AHV-Finanzierung nicht

  • Die MwSt-Erhöhung würde pro Jahr rund 1-1.5 Mrd. Fr. Zusatzeinnahmen generieren. Die 13. AHV-Reform kostet aber mehr als 4 Mrd. Fr. pro Jahr. Damit löst die Vorlage das Problem der AHV-Finanzierung nicht nachhaltig.

Die MwSt-Erhöhung ist unsozial

Links (Auswahl)

Kampagnen-Seite: Nein zur MwSt-Erhöhung: https://keine-neuen-steuern.ch/

https://www.bsv.admin.ch/de/finanzierung-ahv

https://www.bsv.admin.ch/de/statistik-ahv

https://www.efv.admin.ch/de/zeitreihen-bundeshaushalt

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/volkswirtschaft/volkswirtschaftliche-gesamtrechnung/bruttoinlandprodukt.html

Tolle Spiele der Ludothek in Dübendorf!

Die Festtage sind insbesondere auch eine Zeit für die Familie, und fürs gemeinsame Spielen. Sehr hilfreich ist für uns das reichhaltige und günstige Angebot für alle Altersgruppen der Ludothek in Dübendorf, insbesondere bei den Brettspielen. Seit den letzten Weihnachten lernten wir so monatlich neue Spiele kennen. Viele der erhältlichen Spiele sind preisgekrönt (z.B. Spiel des Jahres), unterhaltsam und zugleich pädagogisch wertvoll.

Besonders faszinierend, unterhaltend und empfehlenswert sind (erfahrungsgemäss auch für Sechs-/Siebenjährige):

(Vorbemerkung: Von einigen der unten erwähnten Spiele gibt es verschiedene Versionen und teils mehrere Erweiterungen)

  • Cascadia: ein Legespiel, bei dem das geschickte Anordnen von fünf verschiedenen Landschaftsplättchen und fünf Tierartenplättchen je nach gewähltem Wertungssystem Punkte gesammelt werden.
  • Der Dieb von Bagdad: Durch geschicktes Manövrieren von eigenen und gegnerischen Wächtern via Kombination von Karten erreicht man die Schätze im Innern der Paläste. Tipp: wer einige Züge wartet und Tänzerinnenkarten sammelt, der hat einen Vorteil.
  • Kingdom Builder: Sehr variabel dank verschiedenen Landschaftsbrettern, auf welchen je nach Auftragskarten Häuschen gesetzt und Punkte gesammelt werden.
  • Zug um Zug (z.B. Europa-Version): jeder Spieler baut je nach Auftragskarten gewisse Eisenbahnstrecken zwischen Städten durch gezieltes Sammeln von Wagenkarten der passenden Farben. Aber Achtung: der Platz ist begrenzt und die Konkurrenz beansprucht auch Strecken.
  • Alhambra: Durch geschicktes Sammeln von Geldkarten verschiedener Währungen kauft man verschiedene Gebäudekarten, die passend gelegt werden, um eine Stadt zu bauen.
  • 7 Wonders: Duel: Zwei Spieler wetteifern mit Spielkarten mit wunderschönen Grafiken im Kontext der sieben Weltwunder (z.B. Pyramiden, Koloss von Rhodos), sammeln Punkte für den Sieg, entweder auf dem militärischen Pfad, dank wissenschaftlicher Überlegenheit oder mit stärkeren Gebäuden.
  • Colt Express: Die Spieler konkurrenzieren sich als Diebe beim Raubüberfall auf einen Kartonzug. Der Clou dabei ist, dass die Aktionskarten zuerst abgelegt werden, teils verdeckt, und sich so ganz überraschende, ungeplante und witzige Situationen ergeben.
  • Gold am Orinoko: Durch geschicktes Überspringen der eigenen und fremden Spielfiguren und durch gut geplantes Verschieben der schwimmenden Baumstämme gelingt es, möglichst viel Gold am anderen Ufer zu sammeln. Das Spiel ist ein guter Einstieg in Strategiespiele.

Ich kann allen Eltern einen Besuch in der Ludothek empfehlen.

Ich danke dem Ludothek-Team ganz herzlich für ihr ehrenamtliches Engagement und für die Bereicherung des Lebens zahlreicher Kinder!

Ab und zu gibt die Ludothek auch nicht mehr benötigte Spiele gratis ab, oder verkauft sie auf dem Flohmarkt Dübi im April stark vergünstigt.

Weitere Spiele, die wir für gut befinden:

  • Horus: Durch geschicktes Legen von Landschaftsplättchen gewinnen. Beim Spiel Carcassonne hat uns der Mechanismus besser gefallen.
  • Tobago: Maximal vier Schätze gleichzeitig sind offen für die Schatzsuche, deren Suchperimeter mit Sammeln und Legen von Karten je länger eingeschränkt wird, bis klar ist, wo der Schatz liegt. Mittels Auto versucht man, vor den anderen Spielern den Schatz zu erreichen. Jener Spiel, der am meisten Karten zum Aufdecken beigetragen hat, kann den grössten Anteil der Beute kriegen. Der Spielmechanismus ist sehr ausgeklügelt und lädt zum erneuten Spiel ein.
  • Thurn und Taxis: Die Spieler wandeln auf den Spuren der legendären Familie, die dank Stafettenreitern und Post-Fuhrdiensten das mittelalterliche Europa verband. Dank geschickten Legen von Routen erhält man Punkte.

Weiterführende Links:

Link der Ludothek Dübendorf

https://www.spiel-des-jahres.de

Der bekannte Verein, der jedes Jahr im Juli den Preis Spiel des Jahres ausgibt (und lange durch einen Schweizer präsidiert wurde), mit einer guten Spieledatenbank für den deutschsprachigen Raum.

Die internationale Spieleplattform mit einer riesigen Spieledatenbank, Rezensionen/Bewertungen und Neuigkeiten.

Neues über Brettspiele

Jeweils Ende Oktober, eine der grössen Spiele-Messen im deutschsprachigen Raum, weltweit beachtet. Jährlich erscheinen auf der Messe rund 1700 neue Spiele.

Mit Roger Gallati in die Stadtratswahlen 2026

Ich freue mich, mit Roger Gallati zusammen als Kandidat der FDP, erneut für den Stadtrat von Dübendorf bei den Wahlen vom 12. April 2026 anzutreten. Ich bedanke mich für das Vertrauen der FDP Dübendorf, die uns Anfang Juli nominiert hat.

Wir beide kennen Dübendorf sehr gut, bringen viel Erfahrung aus Führungstätigkeiten, haben Erfahrung im Umgang mit öffentlichen Themen und gestalten gerne mit ein lebenswertes, attraktives Dübendorf.

Für den Gemeinderat (Parlament von Dübendorf) tritt die FDP mit einer vollen Liste an. Ich bin stolz auf die FDP, dass sie so ein tolles Team aus ganz verschiedenen Persönlichkeiten mit guter Durchmischung (jung-alt, Mann-Frau, ganz verschiedene berufliche Werdegänge, ganz verschiedene Bildungswege, verschiedene Lebenssituationen) zusammengestellt hat. Uns eint der liberale Spirit, mit liberalen Ansätzen uns für ein erfolgreiches Dübendorf einzusetzen!

Für die Primarschulpflege treten die beiden bisherigen Mitglieder Nicolas Facincani und Marco Stühlinger wieder an, ebenso Patric Iten und Andreas Sturzenegger für die Sekundarschulpflege.

Mehr zur FDP Dübendorf: https://www.fdp-duebendorf.ch/

PFAS

Perfluoroctansulfonsäure (Quelle: Wikipedia). Ein Beispiel eines PFAS-Moleküls

In den letzten Jahren stieg die Berichterstattung der Medien zu den PFAS massiv an. Nun war dies, anhand des Beispiels TFA auch Thema in der Fragestunde des Gemeinderats von Dübendorf vor einigen Tagen.

PFAS, per- und polyfluorierten Alkylverbindungen, sind eine Gruppe von mehreren Tausend Molekülen, die seit ca. den 1970er Jahren aufgrund ihrer nützlichen Eigenschaften (z.B. schmutz und wasserabweisend, beständig) in vielen in Produkten wie Feuerwehr-Löschschaum, wasserabweisender Bekleidung oder Papieren, resp. Papierbeschichtungen wie z.B. bei Papier-Strohhalmen und in kompostierbares Geschirr eingesetzt wurden.

Heutzutage werden PFAS je länger je weniger genutzt, aber sie sind heute noch in vielen genutzten Produkten und geraten mit Zeitverzug auch in Böden und ins Grundwasser. Diese PFAS werden nur sehr langsam oder gar nicht abgebaut. Gemäss Studien sind einige dieser PFAS gefährlich und gesundheitsschädigend.

Es werden regelmässig Proben gesammelt, in der Schweiz, im Kanton Zürich und in Dübendorf. Die letzte Probenahme im 2024 in Dübendorf zeigte einen Wert bei Trifluoressigsäure (TFA) von 1.1 Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser. Ist das viel?
Es gibt noch kein Grenzwert für TFA in der Schweiz. Als Kontext: In Deutschland wurde 2020 ein toxikologischer Leitwert definiert von 60 Mikrogramm pro Liter, auf der Basis einer lebenslangen Aufnahme von 2 Liter Wasser pro Tag und Person, «bei der keine Schädigung der menschlichen Gesundheit zu erwarten ist.» (siehe Link Kanton Zürich).
Zurzeit sind die im Zürcher Trinkwasser messbaren TFA-Konzentrationen entsprechend noch unbedenklich. Es droht aus heutiger Sicht keine Gefährdung.

Für andere PFAS sind Grenzwerte vorhanden. In der Schweiz gelten seit 2017 die in der „Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen“ (TBDV) festgelegten Werte von 0.3 Mikrogramm pro Liter für PFOS (Perfluoroctansultonat) und PFHxS (Perfluorhexansulfonat) sowie 0.5 Mikrogramm pro Liter für PFOA (Perfluoroctansäure). Derzeit ist aber zu PFAS viel in Bewegung u.a. bez. Forschung, Grenzwerten, Massnahmen.

Weil Materialien, welche PFAS enthalten, noch im Gebrauch sind, wird der der Eintrag in die Böden und ins Wasser noch etwas weitergehen. Deshalb wird Konzentration im Grundwasser voraussichtlich leicht ansteigen.

Eine technische Lösung zur Entfernung dieser Stoffe aus der Umwelt gibt es noch nicht. Es wird getestet und geforscht. Gemäss einem ETH-Newsletter letztes Jahr wurden erste hoffnungsvolle Ergebnisse dazu erzielt. Aber dies ist noch nicht skalierbar.

Was können wir tun? Wir sollten versuchen, anstelle von Materialien, die PFAS enthalten Alternativen, die ebenso gut sind und keine PFAS enthalten, zu kaufen und nutzen. Zudem sollte das Verständnis der Lage verbessert und Messungen weitergeführt werden.
Der Kanton Zürich veröffentlicht Messwerte auf seiner Züri Trinkwasser Map: https://www.zh.ch/de/gesundheit/lebensmittel-gebrauchsgegenstaende/lebensmittel/trinkwasser.html

Quellen (Auswahl):

Verkehr in Dübendorf

Am 6. Juni durfte ich zusammen mit meinem Stadtratskollegen, Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid vor rund 50 Zuhörern ein Update geben zum Stand der Massnahmen aus dem Gesamtverkehrskonzept und aus dem Langsamverkehrskonzept. Dazu habe ich viele positive Feedbacks erhalten, über die ich dankbar bin.

Die Folien der Veranstaltung sind hier.

Als Vorbereitung und aus Neugier habe ich mir die jährliche Verkehrsunfallstatistik (VUSTA) der Kantonspolizei angeschaut, die jeweils im März publiziert wird.

Leider stieg im ganzen Kanton die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle auf 16’457 (+4.7%) und erreicht damit nach einem Corona-Loch wieder den Stand vom 2018. Andererseits sank die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten um rund 15% auf noch 491, was klar unter dem langjährigen Mittel liegt.

Die meisten Unfälle geschehen zwischen 16 und 19 Uhr, vermutlich wenn die Verkehrsteilnehmer müde sind vom Arbeitstag und dadurch weniger konzentriert.

Etwas überrascht hat mich, dass bei der Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten in 84 Fällen E-Bikes involviert waren im 2022, viel mehr als Personenwagen (61). Andererseits erscheint dies als plausibel, da man in Personenwagen besser geschützt ist. Zudem kann sein, dass bei E-Bike-Fahrten nicht immer der Situation angepasst gefahren wird, und man sich vielleicht der hohen Geschwindigkeit zuwenig bewusst ist.

Die Zahl der polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle in Dübendorf stieg im 2022 auf 304 (+17%), wobei der Trend seit 2018 ansteigend ist. Auch in Dübendorf nahm die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten im 2022 erfreulicherweise ab auf noch 7 (4 weniger als im 2011).

Mehr zur VUSTA hier

https://www.zh.ch/de/sicherheit-justiz/sicher-unterwegs/verkehrsunfallstatistiken.html

Wo wird Dübendorfs Plastik recycled?

Am 10. Mai durfte ich als Tiefbauvorstand mit einer Delegation des Tiefbauamtes Dübendorf die Firma Vogt Plastic in Rheinfelden DE besuchen (https://www.vogt-plastic.de/de/). Dort wird Plastik in verschiedenen Formen, Sorten und Farben gereinigt, geschreddert und dank physikalischen Unterschieden getrennt, anschliessend in wiederverwendbares Granulat aufbereitet.

In Rheinfelden DE wird nämlich unser Plastik, der seit Frühling 2021 im durchsichtigen Plastiksammelsack gesammelt wird, rezykliert.

Dabei muss der Plastik nicht sauber sein, d.h. Essensreste daran sind kein Problem. Das konnte man im sehr interessanten Rundgang in der Fabrikhalle sehen und riechen. Jedoch gehören keine anderen Materialien (Metall, Papier, Karton), aber auch keine PET-Flaschen, Kabel, Schläuche etc. in diesen Plastiksammelsack – nur Plastik!

Genaueres hier: https://www.duebendorf.ch/abfallarten/18655

Wir Dübendorfer sammeln pro Jahr rund 50t Plastik fürs Recycling. Nicht schlecht, aber mehr wäre möglich – und ökologisch sinnvoll. Denn der ökologische Fussabdruck des rezyklierten und für gewisse Anwendungen wiederverwendbaren Plastiks ist geringer, als die Produktion neuen Plastiks und zugleich die Verbrennung des Abfall-Plastiks mit dem normalen Hauskehricht.

Gemäss einer Studie des Fraunhofer Instituts kann 1 Tonne bei der Firma Vogt in Rheinfelden rezykliertes Plastik rund 392kg CO2 einsparen. Neu war für mich, dass der CO2-Ausstoss aufgrund des Warentransports insgesamt sehr klein und damit vernachlässigbar ist.

In Rheinfelden habe ich aber auch gelernt, dass es kompliziert ist – es gibt verschiedene Recycling-Methoden, viele verschiedene Plastiksorten, es sind viele Annahmen notwendig, um eine End-to-End Schätzung zu erstellen. Und, Recycling macht vor allem dann Sinn, wenn die Stoffe danach weiterverwertet werden können.

In Dübendorf sind wir aktuell dabei, die ersten zwei Jahre des Piloten mit dem Plastiksammelsack auszuwerten und Handlungsoptionen für die Zukunft zu entwerfen.

Mehr zum Thema:

www.kunststoffsammelsack.ch