Am Freitag, 20. November, ab 19.30 erzähle ich über meine Reiseerlebnisse in Äthiopien. Kurz nach meiner Reise brach in den letzten Jahren im Norden des Landes ein Bürgerkrieg aus, dessen Konflikte in den letzten Monaten wieder aufflammten.
Am 29. November 2026 stimmen wir über die Finanzierung der 13. AHV-Rente ab, welche im März 2024 vom Volk beschlossen wurde. Der Vorschlag sieht kurz gesagt eine unbefristete Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von heute 8.1% um 0.4 Prozentpunkte auf 8.5% vor.
Ich empfehle, diese Vorlage abzulehnen an der Urne.
Kontext
Die 13. AHV Rente kostet zum Start rund 4 Mrd. Fr., die Kosten werden aber im Laufe der Zeit steigen.
Im Jahre 2025 lagen die Ausgaben der AHV bei rund 53.3 Mrd. Fr. Die 13. AHV-Rente erhöht die Ausgaben um mehr als 8%.
Im 2025 lag der Mehrwertsteuerertrag bei 27.6 Mrd. Fr.
Argumente gegen die MwSt-Erhöhung
Unsere Lebenshaltungskosten steigen, und die Steuer-/Gebührenbelastung sind in der Schweiz in den letzten rund 20 Jahren ungebremst gestiegen.
In den letzten 18 Jahren wuchsen die Bundesausgaben um 60% (Aufwand Erfolgsrechnung 2025: 80.6 Mrd. Fr, im 2007: 50.3 Mrd. Fr.). In der gleichen Zeitperiode wuchs die Bevölkerung aber nur um 20% (auf 9.1 Mio. Personen). D.h. der Staats-Aufwand pro Einwohner stieg um 33%.
Die wirtschaftliche Wertschöpfung (Bruttoinlandprodukt BIP nominal) stieg im gleichen Zeitraum nur um 47%, und das BIP pro Kopf gar nur um 22%. (siehe Grafik unten). Fazit: ein wachsender Anteil des Volkseinkommens muss an den Staat abgeliefert werden.
Die Lage der Weltwirtschaft ist volatil. Auf einzelnen Märkten (Tech-Aktien an den Börsen, Immobilien in der Schweiz) könnten sich Blasen bilden, Handelsstreitigkeiten sind nicht gelöst, und in den letzten Jahren haben neue Kriege und Krisen die regelbasierte Weltordnung ins Wanken gebracht. Dies macht das globale Wirtschaftswachstum anfällig für Schocks. Es braucht nicht mehr viel, dass wirtschaftlich schwierigere Zeiten auf uns zukommen. Eine Rezession würde nicht nur die MwSt-Einnahmen einbrechen lassen, sondern auch zur Arbeitsplatzverlusten führen.
Steuern und Gebühren unbefristet erhöhen sind keine nachhaltige Lösung. Wir können uns eine Vollkaskomentalität langfristig nicht leisten.
Immer mehr Abgaben, Steuern und Gebühren schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Wir sind eines der teuersten Länder der Erde. Wir haben viele Qualitäten, aber die Konkurrenz im Ausland hat enorme Fortschritte gemacht. Höhere Steuern schwächen unsere Fähigkeit, Geld zu verdienen und Arbeitsplätze zu schaffen/erhalten.
Der AHV-Reformstau muss zuerst, oder gleichzeitig mit einer Finanzierungsreform gelöst werden. Werden zuerst mehr Mittel ins System gepumpt ohne Reformen, drohen Reformen zu scheitern.
In den letzten 25 Jahren gab es mehrere Reformversuche bei AHV und IV, einige scheiterten. Kurzfristig wurden mehrmals mehr Finanzmittel gesprochen, u.a. MwSt-Erhöhungen, wodurch das Reform-Interesse von National- und Ständerat erlahmte.
Eine Annahme der MwSt-Erhöhung dürfte den Appetit des Parlaments für nachhaltige Reformen weiter reduzieren. Man würde sich weiterhin mit Pflästerli-Politik begnügen, den Stimmbürger kurzfristig keine schlechten Nachrichten vermitteln und dafür die Probleme den jüngeren Generationen anhängen.
Für eine nachhaltige Reform bleibt genug Zeit.
In den letzten Jahren hat sich die AHV erfreulich entwickelt. Sowohl das Betriebsergebnis, wie auch das Umlageergebnis waren positive und die Kapitalsumme ist entsprechend gewachsen (und lag per Ende 2025 bei 60.3 Mrd. Fr.). Die 13. AHV-Rente lässt sich für einige Jahre auch ohne MwSt-Erhöhung finanzieren.
Die nächste AHV-Reform (AHV2030) ist aktuell sowieso in Vorbereitung. Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, damit eine echte Reform (langfristige Lösung als Antwort auf die demografische Entwicklung, da Menschen immer älter werden und öfter auch länger arbeiten möchten) zu konstruieren und eine nachhaltige Finanzierung ohne Mehrbelastung der Menschen ermöglicht wird.
Der Bund hat alleine in den letzten drei Jahren zusammen dank Einnahmenüberschüssen rund 13.8 Mrd. mehr eingenommen als ausgegeben (siehe Erfolgsrechnung). Der Bund hat somit genug Geld, auch ohne MwSt-Erhöhung bis zur Reform AHV-2030 die 13. AHV-Reform zu finanzieren.
Die MwSt-Erhöhung löst den Mehrbedarf der AHV-Finanzierung nicht
Die MwSt-Erhöhung würde pro Jahr rund 1-1.5 Mrd. Fr. Zusatzeinnahmen generieren. Die 13. AHV-Reform kostet aber mehr als 4 Mrd. Fr. pro Jahr. Damit löst die Vorlage das Problem der AHV-Finanzierung nicht nachhaltig.
Die Änderung des Lehrpersonalgesetzes ist jedoch übertrieben. Sie würde jährlich 83 Mio. Fr. an Mehrkosten verursachen hauptsächlich für die Gemeinden, ohne einen klaren Nutzen zu bringen.
Die Vorlage würde die Gemeinden jedes Jahr mit zusätzlichen Kosten und verschärft den finanziellen Druck
Das Stellenwachstum der zentralen Bundesverwaltung betrug zwischen 2010 und 2024 satte 32% (die Personalausgaben wuchsen sogar um 34.5%).
In derselben Zeit wuchs die ständige Bevölkerung in der Schweiz um nur 15% (im selben Zeitrahmen wuchsen die Einkommen, d.h. das Bruttoinlandprodukt BIP, pro Kopf um 17.6%).
Fazit:
die Bundesverwaltung wuchs mehr als doppelt so schnell wie die Bevölkerung. Entsprechend muss jeder Einwohner immer mehr Geld abliefern, um die Bundesverwaltung am Laufen zu erhalten.
Die Bundesverwaltung wuchs fast doppelt so schnell wie das Volkseinkommen
Dies ist nicht nachhaltig.
Mehr Verwaltungsangestellte bedeutet zudem auch mehr Arbeit, mehr Abklärungen, mehr Analysen, mehr Berichte, mehr Vorschläge für mehr Staatsaktivismus, mehr neu erfundene öffentliche Bedürfnisse, mehr Regulierungen und damit mehr Kosten für alle.
Schon die Soziologen Max Weber und Niklas Luhman erkannten, dass die Verwaltung (in öffentlichen, aber auch privaten Organisationen – es ist also keineswegs nur ein staatliches Problem) quasi als systeminhärentes Phänomen von sich aus wächst.
Es ist deshalb Aufgabe der Politik, abzuwägen, und zu entscheiden, welche staatlichen Dienstleistungen nötig sind und welche nicht. Politik auf Autopilot, einfach zu allem JA sagen, würde gemäss Bürokratietheorie zwangsläufig zu immer mehr Staat führen.
Schliesslich deuten Studien darauf hin, dass der Bund in vielen Funktionen sehr hohe Löhne zahlt und das Lohnwachstum beim Bund in den letzten stärker war als in der Privatwirtschaft.
Die Schweiz muss wieder wettbewerbsfähiger werden. Zu viel Staat, zu viele Regeln, zu viel Bürokratie hemmt uns.
Ich unterstütze deshalb die Volksinitiative für eine Verwaltungsbremse auf nationaler Ebene:
Diese Initiative verlangt, dass die Personalausgaben der Bundesverwaltung nicht stärker als der Schweizer Medianlohn steigen soll.
Dies ist machbar, gibt dem Bund genügend Spielraum, und ermöglicht begrenzt Wachstum des Personals, aber eben begrenzt. Damit es nachhaltig finanzierbar wird.
Die Kantonspolizei Zürich veröffentlicht jeweils im März die polizeilich registrierten Verkehrsunfallzahlen. Am Mittwoch, 11. März 2026 war es wieder soweit. Im Kanton Zürich sind die Zahl der Verkehrsunfälle mit Sach- und Personenschäden im 2025 gegenüber 2024 gesunken.
Dübendorf:
In Dübendorf sank die Zahl der Unfälle mit Sachschaden erneut, nun auf 157 (2024: 200). Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden stieg leicht von 42 auf 43. Die Zahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle in Dübi ist damit insgesamt von 304 im 2022 auf noch 205 im 2025 gesunken. Dies freut mich als Stadtrat und Präsident der Vekehrskommission sehr.
Relativ zur Bevölkerungsgrösse bedeutet dies, dass in Dübi im 2025 sich 4.8 Unfälle mit Sachschaden pro 1000 Einwohner ereigneten, resp. 1.3 Unfälle mit Personenschäden pro 1000 Einwohner.
Vergleich mit anderen Gemeinden:
Dübendorf schneidet im Vergleich mit anderen, grösseren Zürcher Gemeinden (mit mehr als 20’000 Einwohner) sehr gut ab.
Bez. Unfälle mit Sachschäden pro 1000 Einwohner: Andere Gemeinden haben 5.5 (Adliswil), 6.2 (Uster), 6.4 (Wetzikon) oder mehr (7.3 in Bülach, 7.8 in Schlieren) Sachschaden-Unfälle pro 1000 Einwohner. Höhere Unfallzahlen haben Gemeinden nahe Zürich/Flughafen, mit viel Autobahn, wie z.B. Opfikon mit 11.6, Wallisellen mit 13.8, Kloten mit 14.5, Dietlikon mit 14.7 und Wangen-Brüttisellen mit 15.5 Sachschaden-Unfälle pro 1000 Einwohner.
Bez. Unfälle mit Personenschäden pro 1000 Einwohner: Adliswil und Horgen haben wir Dübi 1.3, Dietikon hat 1.5, Wädenswil 1.7, Bülach 1.9, Wetzikon 2.0. Auch hier haben Flughafen/Autobahn-geprägte Gemeinden höhere Unfallzahlen: Opfikon 2.4, Wallisellen 2.5, Wangen-Brüttisellen 3.3.
Weiteres zu Dübendorf:
Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen 16 und 18 Uhr (Feierabendverkehr, wenn Verkehrsteilnehmer tendenziell müder und weniger aufmerksam sind).
Die Zahl der Unfälle mit Velo- und Fussgänger-Beteiligung sank (auf 18, resp. 8), jene mit Motorrad-Beteiligung stieg (auf 21) in den Jahren 2022-2024.
Während per Ende 2025 in Dübendorf 32’877 Personen lebten, gab es 15’598 Personenwagen (PW), was ein neuer Höchststand ist.
Während die Bevölkerung von Dübendorf zwischen 2011 und 2025 um 32.5% zunahm, nahm die Zahl der PW aber nur um 19.6% zu, weshalb die PW-Dichte, d.h. die Zahl der PWs pro 1000 Einwohner sank in der gleichen Zeitperiode, nämlich von 524 im 2011 auf noch 480 im 2025.
Anders bei den Motorrädern: deren Bestand wuchs kräftiger als die Bevölkerung, auf 2’405, womit es rnd 74 Motorräder auf 1000 Einwohner gibt.
Die Zahl der jährlich in Dübendorf neu zugelassenen PW ist im langfristigen Trend leicht sinkend (in absoluten Zahlen, stärker in Anzahl PW pro 1000 Einwohner), stieg im 2025 jedoch gegenüber 2024.
Der Trend bei Personenwagen weg von Benzin/Diesel hin zu alternativen Antrieben (Elektro, Hybrid, Gas, anderes) hält an
Per Ende 2025 sind erstmals 20% der PW im Dübendorfer Bestand alternativ angetrieben. Davon 13.7 Prozentpunkte Hybrid und 6 Prozentpunkte Elektro.
Bei den im 2025 neu zugelassenen PW sind sogar 61.5% alternativ angetrieben.
Relevante, globale Trends bei Elektrofahrzeugen
Das Angebot an Elektrofahrzeugen wächst. Auch bei kommerziell genutzten Fahrzeugen (Lieferwagen, Lastwagen) steigt der Anteil Elektrofahrzeugen
Die Schweiz macht bereits heute sehr viel zur Erreichung von Netto-Null, für gezielte Massnahmen in der Klimapolitik – auf nationaler, kantonaler und lokaler Stufe.
Der Bund hat zudem ein Finanzproblem. Zahlreiche Reformen sind pendent, das Sparpaket kommt kaum vorwärts. Nicht sinnvoll sind in dieser Situation die Schaffung von noch mehr Schulden, ein riesiger neuer Geldtopf ohne Finanzierungsgrundlage und ohne bedarfsorientierte Wirkungsziele. Einfach Geld verteilen ohne klare Ziele, ohne Wirkungsmessung, ohne Verursacherprinzip ist eine Einladung zur Verschwendung.
Ich setze mich ein für eine nachhaltige Politik – ökologisch wie ökonomisch.
Deshalb Nein zur Klimafonds-Initiative bei der Abstimmung vom 8. März 2026!