Plastik-Recycling: Im Jahre 2022 wurden in der Schweiz rund 9’447 Tonnen leichter Kunststoffabfall gesammelt

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/recycling/27543.html

Der Bereich Tiefbau der Stadt Dübendorf ist ja aktuell daran, den Pilotversuch der getrennten Plastikabfallsammlung zu untersuchen. Anlass genug, um sich ein wenig einzulesen:

Ende Juni publizierte der Verein Schweizer Plastic Recycler (VSPR) seinen Monitoringbericht 2022. Im VSPR sind sieben Kunststoffsammel-/Recyclesysteme angeschlossen, und damit rund 638 Gemeinden. Dabei werden leichter Kunststoffabfall, u.a. Plastikfolien (z.B. von Nahrungsmittelverpackungen), Nachfüllbeutel, Milchflaschen, Reinigungsmittelflaschen, Duschmittel, Zahnpastatuben, aber auch Getränkekartons (Tetrapak) gesammelt typischerweise aus Haushaltabfällen. Nicht darin enthalten ist PET, denn dafür gibt es eine eigenes Recyclingsystem. Viele andere Plastikgüter, wie z.B. grössere Kinderplastiktische, werden in den Zahlen des VSPR auch nicht berücksichtigt.

Im 2022 wurden von diesen schweizweit 9’447t Kunststoffabfälle gesammelt fürs Recycling. Davon sind tatsächlich rund 9’022t verwertbares Kunststoff-Zielmaterial (d.h. weder PET, noch Metalle, noch Kartonhüllen von Joghurtbechern etc.). Energetisch verwertet, d.h. entweder in einer Kehrichtverbrennungsanlage oder in einem Zementwerk als Brennstoff verwendet, wurden 4’019t (was 42% des Sammelgutes entspricht).

Stofflich konnten im 2022 rund 5’065 Tonnen wiederverwertet werden, was einer sogenannten Industrierückführungsquote (IRQ) von 53% entspricht. D.h. etwas mehr als die Hälfte des Sammelgutes wird tatsächlich wiederverwendet. Der Kanton Zürich möchte diese Quote gemäss Medienmitteilung vom Februar 2021 bis 2030 auf über 65% anheben.

Von diesen rund 5’065t sind 4’759t Kunststoff, 46t Metall und 260t Faserstoffe. Bei den Kunststoffen ist Polyethylen (PE) mit 2’000t Spitzenreiter. PE ist einer der häufigsten Plastiksorten und wird u.a. für Verpackungen genutzt (Folien, Säcke, Flaschen), aber auch für Isolationen, Rohre, Zahnräder und sogar Prothesen.

Wer genau aufgepasst hat, hat gemerkt, dass eine Restmenge des Sammelgutes verbleibt. Das sind Wasser, Speisereste etc., die wohl entweder in der KVA oder einer ARA landen.

Je nach Quelle geht man davon aus, dass in der Schweiz ein Kunststoffsammelpotenzial von 110-195’000t pro Jahr existiert (Swiss Recycling geht von 195’000t Verpackungen aus, die rezykliert werden könnten); es ist mir nicht ganz klar, ob die Quellen die gleichen Definitionen/Scope verwenden. Angesichts der gesammelten Menge ist aus heutiger Sicht dennoch von zusätzlichem Sammel-Potenzial auszugehen.

Die meisten dieser leichten Kunststoffverpackungen gehen zwecks Recycling für mindestens einen Arbeitsschritt (immerhin 62% gar für das gesamte Verfahren) ins Ausland (EU), da in der Schweiz die Sammelmenge offenbar noch zu gering ist, um ein grosses Werk wirtschaftlich zu betreiben.

Immerhin scheint das Recycling von EPS (expandiertes Polystyrol, besser bekannt als Styropor) mit 933t pro Jahr praktisch ganz in der Schweiz zu sein (siehe VSPR 2022 Bericht).

Es gibt verschiedene Kunststoff-Recycling-Verfahren. Beim mechanischen Verfahren wird meist das Sammelgut u.a. sortiert, gereinigt verkleinert (oft gemahlen) und anschliessend zu PE-, PO-, PP- oder PS-Granulat verarbeitet, dass dann verkauft wird. Punkto Farben und Anwendungsbereiche ist das Rezyklat nicht ganz so flexibel einsetzbar wie neuer Kunststoff. Aussagen dazu gehen weit auseinander. Die Einsetzbarkeit von Kunststoff-Rezyklat ist aber entscheidend, um ökologisch und ökonomisch das Recycling rechtfertigen zu können.

Im Kanton Zürich wurden 2022 rund 1’453t Kunststoffabfall gesammelt. Das sind rund 900 Gramm pro Kopf. Spitzenreiter ist der Kanton Uri, der pro Kopf rund 4.6 kg Kunststoffabfall sammelte.

In Dübendorf wurden im 2022 rund 39t gesammelt (gemäss Geschäftsbericht 2022). Dies sind rund 1.3kg pro Kopf. Auch bei uns besteht wohl noch Potential nach oben. Die Stadt Dübendorf arbeitet mit kunststoffsammelsack.ch zusammen. Diese ist eine der 7 gelabelten Systeme des VSPR.

CO2-Einsparungen

Der VSPR geht davon aus, dass pro Tonne gesammeltem Kunststoff rund 1.7t CO2 eingespart werden kann. Kunststoffsammelsack.ch spricht von 1.4-3.2t CO2. Das Fraunhofer Umsicht Institut geht in seiner Analyse für die Firma Vogt Plastic in Rheinfelden DE, welche die gesammelten Kunststoffe aus Dübendorf rezykliert, von 392 kg CO2 pro t aus. Wie immer bei vielen Zahlen und komplizierten Verfahren kommt es stark auf die Spezifika des Untersuchungsraums an (Definitionen, Scope etc.).

Kontext

Die Sicht auf eine höhere Flugebene mag helfen, Themen einzuordnen. Weltweit wurde 2021 rund 391 Mio. Tonnen Kunststoff hergestellt (gemäss Statista).

Gemäss Verband Kunststoff.Swiss wurden 2022 (in der Schweiz?) rund 710’000t Kunststoffe (vermutlich jeglicher Form und Art) verarbeitet. Die Im- und Exporte von Kunststoffabfällen steigen und erreichten 2022 94’000 resp. 88’000t.

Plastikverpackungen können helfen, Lebensmittel zu lagern und zu schützen und damit Foodwaste zu verringern (was ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist. ein berühmtes Beispiel sind in Plastik verpackte Gurken, ein Beispiel auf Seite 25 hier).

Wichtig ist aber, Plastik nicht sinnlos zu verschwenden, wenn möglich mehrmals zu verwenden und nach Gebrauch zu rezyklieren.

Ausblick

Auf nationaler Stufe sind mehrere parlamentarische Vorstösse in Bearbeitung. So verlangte z.B. FDP-Nationalrat Marcel Dobler 2020 in einer Motion «Förderung der Kreislaufwirtschaft. Die Schweiz soll mehr Plastik rezyklieren», «mittels Verordnung festzulegen, dass stofflich verwertbare Anteile von Kunststoffabfällen schweizweit koordiniert und flächendeckend getrennt gesammelt und hochwertig stofflich verwertet werden können.» Diese Motion wurde 2021 an den Bundesrat überwiesen, der nun eine Vorlage ausarbeitet.

Die Recycling Branche versucht, bottom-up die Kreislaufwirtschaft mittels Projekt «Sammlung 2025» in ein nationales System weiterzuentwickeln.

Die Kreislaufwirtschaft ist aktuell in aller Munde. Zum einen hat das Zürcher Stimmvolk den Begriff im September 2022 in einer Abstimmung in die Kantonsverfassung aufgenommen. Zum anderen hat sich das soeben zu Ende gegangene nationale Forschungsprogramm 73 einer nachhaltigen Wirtschaft gewidmet.

Das Thema ist aber hochkomplex. Nicht immer sind geschlossene Kreisläufe umweltfreundlicher (wie Haupt und Hellweg, 2019, zeigen). Es ist also wichtig, sich genau im klaren zu sein, was genau untersucht werden soll, mit welchen (oft impliziten) Annahmen man operiert, was die Ziele sind, welche Faktoren/Wechselwirkungen relevant sein könnten, und welche möglichen Konsequenzen in welchen Szenarien auftreten könnten.

Weiterführendes

Verein Schweizer Plastic Recycler
http://www.plasticrecycler.ch

Swiss Recycling

https://www.swissrecycling.ch/de/wertstoffe-wissen/wertstoffe/kunststoff

Klotz, M. & Haupt, M. (2022). A high-resolution dataset on the plastic material flows in Switzerland. Data in Brief 41, April 2022.

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352340922002128#sec0007

Klotz, M., Haupt, M. & Hellweg, S. (2022): Limited utilization options for secondary plastics may restrict their circularity. Waste Management 141, March 2022.

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0956053X22000034

Nationales Forschungsprogramm 73: Nachhaltige Wirtschaft

https://www.nrp73.ch/de

Bundesamt für Umwelt (BAFU):

https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/abfall/abfallwegweiser-a-z/kunststoffe.html

Mithelfen im Tiefbau: Bereich Strassenunterhalt

Am Freitag, 23. Juni begleitete ich verschiedene Teams des Bereichs Strassenunterhalt der Abteilung Tiefbau.

Um 7 Uhr versammeln sich die Mitarbeitenden im Pausenraum des Bauhofs zwecks Auftragsausgabe und Koordination der anstehenden Arbeiten. Ich ging mit einer Gruppe mit zur Leerung der städtischen Kübel (das kantonale Tiefbauamt ist um seine eigenen Kübel entlang der Kantonsstrassen besorgt). In der Regel werden in Dübendorf die rund 300 Kübel jeweils Montags, Mittwochs und Freitags geleert. Bis vor kurzem wurden sie nur zwei Mal pro Woche geleert. Angesichts des Bevölkerungswachstums sowie eines zunehmend mobilen Lebensstils wird aber mehr und mehr Abfall «on-the-go» in öffentlichen Eimern entsorgt.

Die Kübeltouren der verschiedenen Gruppen folgen dabei einem eng getakteten Zeitplan und sind auf effiziente Abläufe getrimmt. So kann es vorkommen, dass zwei in der Nähe liegende Kübel nicht direkt nacheinander geleert werden, was aus Sicht von Beobachtern auf den ersten Blick verwirren mag. Bei den Einsätzen wird eine möglichst optimale Wegstrecke, der Füllstand der jeweiligen Kübel, der Verschmutzungsgrad der Umgebung und nicht zuletzt die Zuständigkeit (beim Bahnhof Stettbach grenzen diese sich ab zwischen der Stadt Dübendorf, der Stadt Zürich und dem kantonalen Tiefbauamt) berücksichtigt.

Es gibt verschiedene Abfalleimer-Typen. Die bekannteren sind der Abfallhai (in verschiedenen Grössen, u.a. 60 und 110 Liter), der etwas günstigere contuu von Practica und der Robidog. So ein Abfalleimer kostet mehrere Hundert Franken und ist eine praktische Hilfe, unsere Stadt sauber zu halten. Umso unverständlicher, wenn sie manchmal nicht gebraucht (weil der Abfall knapp daneben liegt) oder gar missbraucht (wenn sie demoliert) werden – letztlich kostet beides den Steuerzahler mehr.

Danach fahre ich mit einem Strassenwischfahrzeug mit im Oberdorf, und darf es auf einem Parkplatz gar selbst steuern. Dabei wechselt mein Blick zwischen Frontscheibe, Rückspiegel und Bildschirm (die Kamera an der Unterseite des Fahrzeug zeigt die Situation zwischen den rotierenden Bürsten). Die vorderste Rotierbürste kann in verschiedenen Dimensionen bewegt werden. Dank eines schwenkbaren Arms kann die Rotierbürste sowohl auf der rechten, wie auch auf der linken Fahrzeugseite eingesetzt werden. Als Pilot nutze ich neben dem Steuerrad den Joystick fürs Fahren und Besen-Steuern. Angesichts der vielen Steuerfunktionen braucht es ziemlich Routine, um bei engen und runden Stellen alles sauber zu kriegen.

Nach rund 15 Minuten Znüni-Pause helfe ich mit bei der Sanierung der einer steilen Partie der Haufländegasse. Das ist eine Waldstrasse, die von der Schlossstrasse (vor dem Schlussaufstieg zur Waldmannsburg) ennet dem Breitibach in den Wald führt. Dort wird die oberste Schicht – Netstaler Kies – erneuert, so dass die Strasse befahrbar bleibt und Regenwasser wieder schön in die jeweiligen Seitengräben abfliessen kann.

Das Kies wird mittels unserem Meili Kommunalfahrzeug, welches über eine kippbare Ladebrücke verfügt, aus Volketswil angeliefert. Was ganz einfach aussieht – mittels Rechen und Abzieh-Schieber das Kies verteilen –, ist an diesem warmen Juni-Morgen ziemlich schweisstreibend und führt an meinen Händen zu manchen Blasen. Der Kies soll so verteilt werden, dass die Strassenmitte leicht höher ist als an den Rändern, damit das Wasser optimal abfliessen kann bei Regen. Andererseits sollte die Schicht gleichmässig und eben sein, nicht zu dünn und nicht zu dick. Schliesslich nutzen wir eine kleine Walze (dennoch rund 1 Tonne schwer) mit Rüttelmechanismus, um den Kies optimal zu verdichten.

Zur Mittagspause an diesem sonnigen Tag gönnen wir uns eine Grillwurst beim Bauhof. Die Stimmung im Team ist gut, man hilft sich gegenseitig.

Am Nachmittag helfe ich der Signaletik-Gruppe, ein neues Strassenschild, welches zum Familienzentrum zeigt, an einem Kandelabermast zu befestigen. Auch Strassenschilder können, je nach Grösse und Beschaffenheit, mehrere Hundert Franken kosten. Teurer sind solche, deren Spezialbeschichtung es einfacher machen, sie zu reinigen und illegale Aufkleber zu entfernen. Leider muss die Stadt jährlich mehrere Zehntausend Franken aufwenden, um Sprayereien, auch von Strassenschildern, zu entfernen.

Schliesslich inspizieren wir das Regenüberlaufbecken an der Birchlenstrasse, dessen unscheinbarer Eingang sich gegenüber der Givaudan in einer Wiese befindet. Eine Ratte schaut uns dabei zu. Alles ist in Ordnung. Regenbecken helfen, nach Starkniederschlägen die Kläranlage nicht zu überlasten, indem sie einen Teil des Abwassers in unterirdischen Becken auffangen und es nur verzögert wieder abgeben.

Um 14 Uhr klinke ich mich aus. Während die Arbeit für die Mitarbeitenden der Abteilung Tiefbau weitergeht, gehe zu meiner eigentlichen Erwerbsarbeit zurück.

Ich danke der Abteilung Tiefbau, insbesondere dem Bereich Strassenunterhalt, dass ich verschiedene Tätigkeiten kennen lernen durfte! Ich konnte viel lernen über die grosse Breite an Arbeiten des Tiefbaus, deren Resultate wir als Bürger allzuoft als selbstverständlich annehmen und den Aufwand dahinter oft kaum erahnen.

Verkehr in Dübendorf

Am 6. Juni durfte ich zusammen mit meinem Stadtratskollegen, Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid vor rund 50 Zuhörern ein Update geben zum Stand der Massnahmen aus dem Gesamtverkehrskonzept und aus dem Langsamverkehrskonzept. Dazu habe ich viele positive Feedbacks erhalten, über die ich dankbar bin.

Die Folien der Veranstaltung sind hier.

Als Vorbereitung und aus Neugier habe ich mir die jährliche Verkehrsunfallstatistik (VUSTA) der Kantonspolizei angeschaut, die jeweils im März publiziert wird.

Leider stieg im ganzen Kanton die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle auf 16’457 (+4.7%) und erreicht damit nach einem Corona-Loch wieder den Stand vom 2018. Andererseits sank die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten um rund 15% auf noch 491, was klar unter dem langjährigen Mittel liegt.

Die meisten Unfälle geschehen zwischen 16 und 19 Uhr, vermutlich wenn die Verkehrsteilnehmer müde sind vom Arbeitstag und dadurch weniger konzentriert.

Etwas überrascht hat mich, dass bei der Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten in 84 Fällen E-Bikes involviert waren im 2022, viel mehr als Personenwagen (61). Andererseits erscheint dies als plausibel, da man in Personenwagen besser geschützt ist. Zudem kann sein, dass bei E-Bike-Fahrten nicht immer der Situation angepasst gefahren wird, und man sich vielleicht der hohen Geschwindigkeit zuwenig bewusst ist.

Die Zahl der polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle in Dübendorf stieg im 2022 auf 304 (+17%), wobei der Trend seit 2018 ansteigend ist. Auch in Dübendorf nahm die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten im 2022 erfreulicherweise ab auf noch 7 (4 weniger als im 2011).

Mehr zur VUSTA hier

https://www.zh.ch/de/sicherheit-justiz/sicher-unterwegs/verkehrsunfallstatistiken.html

Wo wird Dübendorfs Plastik recycled?

Am 10. Mai durfte ich als Tiefbauvorstand mit einer Delegation des Tiefbauamtes Dübendorf die Firma Vogt Plastic in Rheinfelden DE besuchen (https://www.vogt-plastic.de/de/). Dort wird Plastik in verschiedenen Formen, Sorten und Farben gereinigt, geschreddert und dank physikalischen Unterschieden getrennt, anschliessend in wiederverwendbares Granulat aufbereitet.

In Rheinfelden DE wird nämlich unser Plastik, der seit Frühling 2021 im durchsichtigen Plastiksammelsack gesammelt wird, rezykliert.

Dabei muss der Plastik nicht sauber sein, d.h. Essensreste daran sind kein Problem. Das konnte man im sehr interessanten Rundgang in der Fabrikhalle sehen und riechen. Jedoch gehören keine anderen Materialien (Metall, Papier, Karton), aber auch keine PET-Flaschen, Kabel, Schläuche etc. in diesen Plastiksammelsack – nur Plastik!

Genaueres hier: https://www.duebendorf.ch/abfallarten/18655

Wir Dübendorfer sammeln pro Jahr rund 50t Plastik fürs Recycling. Nicht schlecht, aber mehr wäre möglich – und ökologisch sinnvoll. Denn der ökologische Fussabdruck des rezyklierten und für gewisse Anwendungen wiederverwendbaren Plastiks ist geringer, als die Produktion neuen Plastiks und zugleich die Verbrennung des Abfall-Plastiks mit dem normalen Hauskehricht.

Gemäss einer Studie des Fraunhofer Instituts kann 1 Tonne bei der Firma Vogt in Rheinfelden rezykliertes Plastik rund 392kg CO2 einsparen. Neu war für mich, dass der CO2-Ausstoss aufgrund des Warentransports insgesamt sehr klein und damit vernachlässigbar ist.

In Rheinfelden habe ich aber auch gelernt, dass es kompliziert ist – es gibt verschiedene Recycling-Methoden, viele verschiedene Plastiksorten, es sind viele Annahmen notwendig, um eine End-to-End Schätzung zu erstellen. Und, Recycling macht vor allem dann Sinn, wenn die Stoffe danach weiterverwertet werden können.

In Dübendorf sind wir aktuell dabei, die ersten zwei Jahre des Piloten mit dem Plastiksammelsack auszuwerten und Handlungsoptionen für die Zukunft zu entwerfen.

Mehr zum Thema:

www.kunststoffsammelsack.ch

Phosphor Mining

Am 27. April 2023 durfte ich an einer Informationsveranstaltung teilnehmen zum Thema Phosphor Rückgewinnung.

Phosphor ist für viele Organismen ein lebensnotwendiges Element (auch für uns Menschen: Adenosintriphosphat, oder ATP, ist ein wichtiger Energieträger in unseren Zellen). Es wird in die Schweiz importiert und v.a. in Düngern verwendet. Ein Teil des Phosphors geht ins Abwasser. Deshalb enthält Klärschlamm auch Phosphor. Bis zum Verbot im Jahre 2006 wurde Klärschlamm auch als Dünger in der Landwirtschaft verwendet und auf den Feldern ausgetragen.

Seit einigen Jahren wird Klärschlamm aus den kommunalen Kläranlagen (Abwasserreinigungsanlagen, oder ARAs) getrocknet, und in der Anlage Werdhölzli zu Klärschlammasche (KSA) weiterverarbeitet. In dieser KSA sind grob rund 5-10% Phosphor enthalten.

Im Auftrag der Baudirektion des Kantons Zürich hat die Stiftung ZAR, getragen durch verschiedene öffentliche Entsorgungsinstitutionen in den letzten Jahren ein Phosphorrückgewinnungsprozess aus Klärschlammasche (KSA) entwickelt, verfeinert und die Machbarkeit für eine grosstechnische Anlage geprüft (Phos4Life Projekt).

Am 27. April wurde entsprechend das Konzept vorgestellt: Auf einem Areal in Emmenspitz (Kanton Solothurn) soll zwischen 2027 und 2030 eine Anlage entstehen, die pro Jahr rund 40’000t KSA zu rund 12’000t Phosphorsäure verwerten kann, welche anschliessend an Düngerhersteller als Rohmaterial verkauft werden kann. Der Bau könnte, nach einer ersten Schätzung, rund 155 Mio. Fr. (+/-30%) kosten. Der Betrieb wäre aber, gemäss aktuellen Preisen hoch defizitär (voraussichtlich 490 Fr./t KSA).

Ökologisch hat das Verfahren Vorteile gegenüber dem Primärabbau von Phosphor in anderen Ländern.

Ein sehr spannendes Thema, aber mit noch vielen offenen Punkten, die die Politik in den kommenden Monaten und Jahren beschäftigen wird.

Mehr zum Thema:

https://zar-ch.ch/zar/kompetenzenprojekte/phosphormining/

https://www.zh.ch/de/umwelt-tiere/abfall-rohstoffe/abfaelle/klaerschlamm.html#2135310472

Mehr Power für Züri us Dübi

Zu den Kantons- und Regierungsratswahlen vom 12. Februar 2023

Uns geht es verhältnismässig immer noch sehr gut im Kanton Zürich. Wir haben eine funktionierende Infrastruktur, das Bildungsangebot ist hochstehend und wird verbessert. Es gibt ein vielfältiges und stets wachsendes Wohnangebot und sehr gute Freizeitmöglichkeiten.

Kein Wunder, leben immer mehr Personen im Kanton Zürich. Damit kommen aber auch immer höhere Ansprüche. Dies hat sich in den letzten Jahren, wohl auch in Zusammenhang mit den vielfältig als bedrohlich wahrgenommenen Krisen, akzentuiert.

Es wird zunehmend Mode, sich als eigene Minderheit zu identifizieren und deshalb mehr zu fordern. Mehr Unterstützung vom Staat für irgendwelche besonderen Interessen.

Dies läuft nicht nur der Eigenverantwortung entgegen, sondern ist schädlich für den Zusammenhalt unseres Landes als Willensnation. Nicht von ungefähr ist das Prinzip der Subsidiarität tiefgreifend in den Institutionen in der Schweiz verankert. Doch es ist unter Druck.

Die Ansprüche an den Staat wachsen – schneller als die Bevölkerung und schneller als das Bruttoinlandprodukt. Die Ansprüche werden breiter, die Zielkonflikte mehren sich. Daraus resultieren stark wachsende Staatsausgaben, mehr Regulierungen und mehr Staatsinterventionen in Leben und Tätigkeiten von Einwohnern und Unternehmen. Der Kanton wird dadurch komplizierter, aber auch schwerfälliger.

Die Unternehmenssteuern im Kanton Zürich sind bereits die zweithöchsten in der Schweiz. Falls der Trend weitergeht, steigen die Kosten für das Anbieten von Arbeitsplätzen im Kanton Zürich noch mehr.

Kein Wunder, verlassen immer mehr Unternehmen den Kanton Zürich. Im 2021 waren es netto rund 350 Firmen, die vom Kanton Zürich weg in andere Kantone zogen.

So kann das nicht weitergehen!

Der Kanton Zürich braucht einen Richtungswechsel – eine tatkräftige liberale Politik, damit der Kanton Zürich wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Damit sich die Politik wieder auf das Subsidiaritätsprinzip besinnt. Damit Bürokratie ab- statt aufgebaut wird. Damit nachhaltige Lösungen ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind, nicht utopisch sektiererisch getrieben sind! Damit wir alle wieder mehr Verantwortung übernehmen, statt nur zu fordern.

Dafür setze ich mich ein als Kandidat bei den Kantonsratswahlen 2023

Der Kanton Zürich kann von Dübi lernen – wir sind eine innovative Stadt, haben soeben die Steuern gesenkt, siedeln neue Unternehmen an, laden zum Machen, Erfinden, Wagen ein!

Mehr Power für Züri us Dübi

Erfreuliche Weiterentwicklung des Innovationsparks

Ich bin erfreut über die Entscheide des Kantonsrats vom vergangenen Montag, die neue Meilenstein setzen in der Weiterentwicklung des Innovationsparks in Dübendorf. Einerseits nahm er den Synthesebericht zur Kenntnis, andererseits beschloss das Kantonsparlament einen Kredit (resp. ein Darlehen) für die Weiterentwicklung des Parks sowie das Aviatikkonzept.

Der Kredit dient der Erschliessung des Areals mit öffentlicher Infrastruktur (u.a. Werkleitungen, Strassen). Damit wird der etappenweise Bau von Gebäuden und damit die stufenweise Ansiedlung neuer Arbeitsplätze ermöglicht. Der Innovationspark wird ein vielfältiges neues Stadtquartier von Dübendorf, welches für alle offen ist. Die grosszügigen Grünflächen und Wege erzeugen eine hohe Aufenthaltsqualität.

Das Aviatikkonzept ermöglicht den Erhalt der Flugpiste, was für den Innovationspark von grossem Vorteil ist. Denn es ist wohl der einzige Innovationspark weltweit mit eigener Piste. Es ermöglicht den vorgesehenen Forschungs-, Test- und Werkflugplatz. Zudem regelt das Konzept, dass die Zahl der Flugbewegungen nicht über die Limite steigt.

Der Innovationspark ist eine grosse Chance für Dübendorf und den Kanton, ja sogar für die Schweiz. Neue Arbeitsplätze werden geschaffen, welche wiederum Folgeaufträge erzeugen. Dies hilft nicht zuletzt unserem lokalen Gewerbe, das von zusätzlichen Aufträgen und Kunden profitieren kann. Zudem stärkt der Park die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz global.

Adrian Ineichen

Quellen

NZZ: https://www.nzz.ch/zuerich/innovationspark-zuerich-kantonsrat-stimmt-krediten-deutlich-zu-ld.1714419

Bulletin des Kantonsrats: https://parlzhcdws.cmicloud.ch/parlzh3/cdws/Files/71581bc2d37a4f1f9b06d2cdfd0e6797-332/1/pdf

Ja am 27. November 2022 bei den Zürcher Abstimmungen

Am 27. November stimmen wir im Kanton Zürich über die Gerechtigkeitsinitiative sowie über den Gegenvorschlag dazu ab.

Die Initiative „Gerechtigkeit schaffen – Krankenkassen-Prämienabzug der Realität anpassen (Gerechtigkeitsinitiative) verlangt die Erhöhung der Steuerabzüge insb. für Versicherungsprämien. Dieser Abzug soll zudem an die Entwicklung der künftigen Krankenkassenprämien gekoppelt werden. Da in den letzten Jahren bekanntlich ein starkes Prämienwachstum statt fand, ist der Steuerabzug je länger, je weniger hilfreich geworden und eine Anpassung ist vertretbar.

Der Gegenvorschlag nimmt die Idee der Initiative auf, geht aber weniger weit. Der Steuerabzug soll weiterhin an die allgemeine Teuerung (Landesindex der Konsumentenpreise) gekoppelt sein. Zudem funktioniert die Mechanik beim Gegenvorschlag anders als bei der Initiative.

Beide Vorlagen, Initiative und Gegenvorschlag, schlagen einen guten Weg ein. Ich empfehle 2 x JA, und bei der Stichfrage (C) das Ja zum Gegenvorschlag.

Der Gegenvorschlag ist breiter austariert als die Initiative und die Rechnungsregeln sind sinnvoll. Die Initiative ist einseitig, indem sie statt der Teuerung nur die Krankenkassenprämien berücksichtigt, statt auch noch die Teuerung anderer Versicherungsprämien sowie übriger Faktoren.

Tatsache ist aber, dass im Kanton Zürich die Krankenkassen eine hohe und weiter stark steigende Belastung ist. Es wird medizinisch immer noch zu oft zu viel behandelt, was die Kosten in die Höhe treibt. Die Vorlagen lösen dieses Problem nicht (das ist eine andere Baustelle), aber sie lindern wenigstens deren Konsequenz.

Egal, wie die Abstimmungsresultate ausfallen, sind die weiterhin herrschenden Grundprobleme in der medizinischen Versorgung endlich anzupacken.

Empfehlungen zu den Abstimmungen vom 25. September 2022

Bund

  • 2 x Ja zur AHV 21
  • Ja zur Änderung der Verrechnungssteuer. Damit Obligationen von Schweizer Unternehmen in der Schweiz und nicht im Ausland ausgegeben werden. Dies hilft, Arbeitsplätze in der Schweiz zu halten.

Kanton Zürich

  • Ja zur Kreislaufwirtschaft (Verfassungsänderung). Sinnvolle Anreize setzen für ganzheitlich gedachtes Rezyklieren, was ökologisch und ökonomisch hilft.
  • Nein zur Volksinitiative «keine Steuergeschenke für Grossaktionäre». Nein zu einer weiteren extrem linken Initiative, welche noch mehr umverteilen möchte.