Beste Bücher 2025

Ich werde immer wieder gefragt, welche Bücher ich lese in meiner Freizeit. Die Antwort: ganz unterschiedliche. Ich lese vor allem gerne Bücher über Geschichte, Wirtschaft und Politik, aber auch populär-(natur-)wissenschaftliche Bücher, ab und zu auch Comics (z.B. aus der Reihe Buck Danny) und etwas seltener auch Belletristik (z.B. Master und Margerita von Mikhail Bulgakov).

Folgende Bücher haben mich während der Lektüre im 2025 am meisten fasziniert. Diese empfehle ich gerne weiter:

Ritchie Hannah (2024): Not the End of the World. Surprising facts, dangerous myths and hopeful solutions for our future on planet Earth. Vintage Books. Wie der Titel bereits impliziert, bespricht das Buch Herausforderungen der Menschheit, insbesondere den Klimawandel, schlägt aber einen optimistischen Ton an. Klimapanik und Denken in Kipppunkten einer vermeintlich letzten Generation sind fehl am Platz. Die Autorin, selbst ursprünglich Klimaaktivistin, zeigt, dass die Menschen lernfähig sind, und korrigieren, und wir bereits viel erreicht haben auf dem Weg zu einer klimaverträglichen, nachhaltigen Welt. In einer medialen Sensationswelt werden Fortschritte jedoch kaum wahrgenommen. Der saure Regen als Herausforderung in den 1980ern ist heute kein Thema mehr, weil gelöst; ebenso ist das Thema FCKW verschwunden, weil diese Stoffe praktisch nicht mehr verbaut werden. Gemäss Autorin haben wir noch viele Hausaufgaben zu erledigen, diese seien aber lösbar und wir seien auf gutem Weg. Zudem räumt die Autorin mit vielen populären Mythen und falschen Glaubenssätzen auf (warum Plastiksäcke ökologischer sein können als Papiersäcke, warum lokal produziertes Essen nicht unbedingt ökologischer ist etc.).

Susskind, Daniel (2025): Growth: A Reckoning. London: Penguin Paperbacks. Der Autor beginnt mit einer Einführung in die Ökonomie(-Geschichte), und warum Wirtschaftswachstum (in nominalen Preisen) in einer endlichen Welt möglich, ja normal ist, und warum es wichtig ist. Er erklärt auch, weshalb Rechtsstaatlichkeit, schlanke Gesetze und gute Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln wichtig sind. Wirtschaftswachstum und technologische Fortschritte haben in den letzten zwei- bis dreihundert Jahren eine beispiellose Verbesserung des Wohlstands und der Gesundheit der Menschheit ermöglicht. Der Autor, selbst politisch mitte-links positioniert, erklärt auch, warum links-grüne Ideologien (u.a. «Grenzen des Wachstums, Club of Rome), die ein Stopp des «Wachstums» oder gar ein Schrumpfen «der» Wirtschaft verlangen, auf mangelhaftem wirtschaftlichen Verständnis beruhen, gefährlich und letztlich selbstzerstörerisch sind, weil sie Mittel propagieren, die ihre eigenen Ziele und das Allgemeinwohl torpedieren.

Conway, Ed (2024): Material World: A Substantial Story of Our Past and Future. London: Penguin. Der Autor ist Journalist und erzählt die Geschichte, den Bergbau, die Nutzungen und Bedeutung von sechs Rohstoffen (Sand, Salz, Eisen, Öl, Kupfer, Lithium). Das Buch ist gut strukturiert und packend geschrieben. Es erklärt z.B. warum Sand nicht gleich Sand ist (dito für Salz), d.h. weshalb die chemische Struktur der Moleküle und die Reinheit in natürlichen Vorkommen entscheidend ist für die weitere Verwendung und warum, trotz medial breitgetretenen Ängsten um die Verfügbarkeit von seltenen Erden, gewisse Vorkommen von Rohstoffen weiterhin in Europa (z.B. England, Spanien) abgebaut werden. Das Buch erklärt auch, warum diese Rohstoffe in einer sich weiter elektrifizierenden Welt noch viel mehr Bedeutung erlangen und absolut entscheidend sind für die Erreichung der Klimaziele.

Beard, Mary (2016): SPQR. A History of Ancient Rome. London: Profile Books. Das Buch behandelt die Zeit zwischen 800 vor und 200 nach Christus und erklärt einerseits in breiten Zügen gesellschaftliche Entwicklungen im römischen Reich, taucht aber auch ab und erklärt die Umstände des Lebens einfacher Römer. Das Buch bespricht vertieft einzelne Personen und deren Rivalitäten (u.a. Cicero, ausgewählte Kaiser) und ist gespickt mit Anekdoten. Es illustriert die sich wandelnden Konzepte politischer Institutionen, die Bedeutung des Bürgerrechts und hinterfragt Mythen und Narrative. Es ist locker und packend geschrieben.

Brand, Hal (ed., 2023): The New Makers of Modern Strategy: From the Ancient World To the Digital Age. Eine Sammlung von 45 Essays auf mehr als 1100 Seiten für Interessierte an Internationaler Politik. Während einige dieser Aufsätze Episoden der Geschichte aus der politikwissenschaftlichen Perspektive der internationalen Beziehungen erzählen und deuten, erklären andere Aufsätze Konzepte, Denkrichtungen. Die Lektüre ist intellektuell bereichernd und regt zum Denken an.